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Chevrolet

Chevrolet (umgangssprachlich auch: Chevy) ist seit 1918 ein Warenzeichen, das dem General-Motors-Konzern (GM) angehört. Zuvor war es eine eigenständige Automobilfabrik.

Geschichte

Der Firmengründer Louis Chevrolet war ein am 25. Dezember 1878 in La Chaux-de-Fonds, Schweiz, geborener Rennfahrer. Am 3. November 1911 wurde die Firma gegründet, um vor allem gegen das Ford Modell T anzutreten. Im Jahr 1912 wurde der Classic Six eingeführt, ein Auto für fünf Personen, das 105 km/h erreichte. GM kaufte das Unternehmen Chevrolet Motor Company am 2. Mai 1918.
In den 1920er Jahren wurde Chevrolet zum wichtigsten Konkurrenten des damaligen Marktführers Ford. 1927 erreichte Chevrolet selbst den Spitzenplatz; auch deshalb, weil Ford viel zu lange am veralteten Modell T festgehalten hatte.
Die folgenden Jahrzehnte war ein Dauerwettkampf zwischen Chevrolet und Ford um Platz 1 in der Verkaufsstatistik zu verzeichnen. In den meisten Jahren war Chevrolet Sieger, obwohl die angebotenen Wagen keine technischen Besonderheiten boten. Die Modelle Standard und Master zeigen die Produktphilosophie der 1930er Jahre: schlichte, solide Gebrauchswagen zum günstigen Preis. Auf eine Antwort auf den Ford V8 wurde verzichtet; man hielt den eigenen Sechszylinder für gut genug - zu Recht, wie die Verkaufszahlen bewiesen.
Nachdem die USA in den Zweiten Weltkrieg eingetreten waren, wurde 1942 der Bau von Personenwagen eingestellt, In den nächsten drei Jahren produzierte Chevrolet ausschließlich Militärfahrzeuge. 1945 begann die PKW-Produktion wieder mit nur geringfügig modernisierten Vorkriegsmodellen. 1949 erschien eine neue Modellgeneration mit Pontonkarosserie.
1953 wurde die Chevrolet Corvette vorgestellt, der erste Sportwagen der Marke. Anfangs war der Wagen kein Verkaufserfolg, bis er sich dann doch durchsetzte und bis heute zum erfolgreichsten US-amerikanischen Sportwagen wurde.
Spät, aber gerade noch rechtzeitig, folgte Chevrolet dem US-amerikanischen Trend zum V8-Motor. Der Achtzylinder wurde im Herbst 1954 eingeführt und auf Anhieb zum Erfolg. Der Chevrolet Bel Air der Modelljahre 1955 bis 1957 gilt bis heute als geradezu idealtypisches Beispiel für einen US-amerikanischen Familienwagen der 1950er Jahre.
In den folgenden Jahren führte der starke Konkurrenzdruck zu immer größeren Wagen und immer extremeren Karosserieformen. Höhepunkt dieser Entwicklung waren die Modelle 1959 und 1960 mit ihren spektakulären, zu Schmetterlingsflügeln umgeformten Heckflossen.
Mit dem Ende 1959 eingeführten Chevrolet Corvair bot Chevrolet eine US-amerikanische Alternative zum VW Käfer. Er war der einzige US-amerikanische Serienwagen mit luftgekühltem Heckmotor. Er sollte Chevrolet viel Kummer bereiten, als seine gewöhnungsbedürftigen Fahreigenschaften ins Gerede kamen.
In den 1960er Jahren wurde Chevrolet zum Getriebenen. Erzrivale Ford führte mehrfach neue Modelle ein und erschloss damit neue Marktsegmente. Chevrolet folgte nur widerwillig und mit teils jahrelanger Verzögerung. Auf den Kompaktwagen Ford Falcon von 1959 folgte der Chevrolet Nova (1961), auf den Mittelklassewagen Ford Fairlane von 1961 der Chevrolet Chevelle (1963) und auf das Sportcoupé Ford Mustang von 1964 der Chevrolet Camaro (1966). Im letztgenannten Fall war die Verzögerung besonders peinlich, denn der Mustang war in seinen ersten Jahren ein großer Verkaufserfolg, und Chevrolet hatte ihm nichts entgegenzusetzen.
Die 1970er Jahre wurden durch die Ölkrise geprägt. Benzin wurde auch in den USA knapper und teurer. Die Nachfrage nach kleineren Autos wuchs; Chevrolet ergänzte sein Programm um die Modelle Vega und Chevette, die deutlich kleiner waren als die bisher angebotenen Wagen.
Große Änderungen gab es in den Jahren 1979 bis 1982: Chevrolet führte mehrere neue Modellreihen mit Frontantrieb ein und folgte damit einer Entwicklung, die in Europa bereits seit den 1960er Jahren stattfand. In schneller Reihenfolge wurden die Modelle Citation, Cavalier und Celebrity eingeführt. Nur die großen Wagen (Caprice) und die sportlichen Modelle (Camaro, Corvette) behielten den Hinterradantrieb.
In dieser Zeit wuchs der Konkurrenzdruck durch die japanischen Hersteller, die ihre Fahrzeuge mit großem Erfolg in den USA verkauften. In einer Kooperation mit Toyota baute Chevrolet in Kalifornien eine neue Fabrik, die nicht nur den Toyota Corolla herstellte, sondern auch ein Schwestermodell für Chevrolet. Dieses erhielt den Traditionsnamen Nova.
Als weitere Maßnahme führte General Motors 1988 und 1990 die Marken Geo und Saturn ein, um mit preisgünstigen Fahrzeugen gegen die Importeure konkurrieren zu können. Damit verlor Chevrolet seine jahrzehntelange Stellung als preisgünstigste Marke im General Motors-Konzern. Die beiden neuen Marken hielten sich eine Zeit lang, konnten sich aber auf Dauer doch nicht etablieren. Seit dem Ende von Saturn im Jahre 2009 ist Chevrolet wieder die Einstiegsmarke von General Motors.
Seit den 1980er Jahren hat sich die Nachfrage in Nordamerika deutlich in Richtung der leichten Nutzfahrzeuge verschoben. Die Transporter Express und Astro, die Pickups Colorado und Silverado sowie die SUVs Blazer und Tahoe verkaufen sich in großen Stückzahlen und sind demzufolge für den Erfolg von Chevrolet von großer Bedeutung. Entsprechend ist der Anteil reiner PKWs in den letzten 30 Jahren deutlich zurückgegangen.
Seit 2005 werden auf dem europäischen Markt Fahrzeuge als Chevrolet angeboten, die vormals unter der Markenbezeichnung Daewoo verkauft wurden. Abgesehen vom Chevrolet-Logo basierten die Fahrzeuge zunächst weiterhin auf Daewoo-Technik. In der Folgezeit wurden diese Modelle wie auch die amerikanischen Chevrolet-Modelle nach und nach durch neue, in den USA, Deutschland und Südkorea entwickelte Modelle ersetzt, welche jetzt weltweit in weitgehend identischer Form angeboten werden. Seit 2011 ist der Name Daewoo auch in Südkorea verschwunden.
Am 5. Dezember 2013 gab Chevrolet bekannt, sich zum Jahresende 2015 aus dem Westeuropäischen Markt weitgehend zurückzuziehen. Dies soll die Marke Opel im kontinentaleuropäischen Markt stärken. Die aus den USA stammenden Sportmodelle Camaro und Corvette werden dort aber auch nach 2015 im Angebot bleiben.

Modelle

GM hat die Marke Chevrolet bis zur Neustrukturierung des Konzerns 2009 für regional stark unterschiedliche Modellpaletten verwendet, bei der es auch oft Parallelentwicklungen, unterschiedliche Namen gleicher Modelle oder Badge-Engineering älterer Opel-Modelle gab. Seit 2009 hat die Marke zunehmend eine weltweit einheitliche Modellpalette, bei der nur noch vereinzelt Modelle auf bestimmten Märkten angeboten werden. Lediglich in Südamerika gibt es noch eine Reihe lokaler Besonderheiten. In diesem Zuge wurde auch die südkoreanische Marke GM Daewoo komplett integriert und deren Name gestrichen.

Trucks in Nordamerika

Als Trucks in nordamerikanischer Nomenklatur gelten alle SUV, Vans und Nutzfahrzeuge. Diese werden bisher noch nicht außerhalb der USA angeboten.

Historische PKW-Modelle

Nordamerika

Europa

Modelle für andere Märkte (weitgehend historisch)

  • Chevrolet Niva (Russland, von GM-AvtoVAZ)
  • Chevrolet Viva (Russland, von GM-AvtoVAZ)
  • Chevrolet Tavera (Indien, Indonesien)
  • Chevrolet Agile (Brasilien, Argentinien) Seit 2009
  • Chevrolet Astra (Mexico, Chile)
  • Chevrolet Blazer (Brasilien)
  • Chevrolet Captiva (Brasilien)
  • Chevrolet Celta (Brasilien)
  • Chevrolet Classic (Brasilien)
  • Chevrolet Chevette (Brasilien)
  • Chevrolet Corsa / Corsa Classic / Classic / Corsa Wagon (Argentinien, Brasilien, Uruguay, Chile)
  • Chevrolet C2 (Kolumbien, Mexico)
  • Chevrolet Corsa Pick-Up, Sedan & Station Wagon (Brasilien)
  • Chevrolet Kadett (Brasilien)
  • Chevrolet Ipanema (Brasilien)
  • Chevrolet 400 und Chevy (Argentinien)
  • Chevrolet Meriva (Brasilien)
  • Chevrolet Monza (Brasilien)
  • Chevrolet Montana (Brasilien)
  • Chevrolet Omega (Brasilien)
  • Chevrolet Onix (Brasilien)
  • Chevrolet Prisma (Brasilien)
  • Chevrolet Opala (Brasilien)
  • Chevrolet S10 (Brasilien)
  • Chevrolet Veraneio (Brasilien)
  • Chevrolet Vectra (Chile)
  • Chevrolet Vectra (Brasilien)
  • Chevrolet Vectra GT (Brasilien)
  • Chevrolet Zafira (Brasilien)

Literatur

  • Standard Catalog of Chevrolet 1912-2003, Krause Publications, 2003, ISBN 0-87349-680-9
  • Martin Sinzig: "Louis Chevrolet - Der Mann, der dem Chevy seinen Namen gab"; Verlag Huber Frauenfeld (Schweiz), ISBN 978-3-7193-1566-5
  • Beverly Rae Kimes (Herausgeberin) und Henry Austin Clark Jr.: The Standard Catalogue of American Cars 1805-1942. 2. Auflage, Krause Publications, Iola WI 54990, USA (1985), ISBN 0-87341-111-0 (englisch)
  • Georgano, G. N. (Hrsg.): Complete Encyclopedia of Motorcars, 1885 to the Present; Dutton Press, New York, 2. Auflage (Hardcover) 1973, ISBN 0-525-08351-0 (englisch)
  • Kimes, Beverly Rae: Pioneers, Engineers, and Scoundrels: The Dawn of the Automobile in America; Herausgeber SAE (Society of Automotive Engineers) Permissions, Warrendale PA (2005), ISBN 0-7680-1431-X (englisch)
  • Madsen, Axel: The Deal Maker: How William C. Durant made General Motors. John Wiley & Sons, Inc., ISBN 0-471-39523-4(pbck) (englisch)
  • Alfred P. Sloan: Meine Jahre mit General Motors. 2. Auflage (Sept. 1965), Verlag Moderne Industrie (dt. Lizenzausgabe von My Years With General Motors. Doubleday & Co., Garden City NY (USA))
  • Griffith Borgeson: The Golden Age of the American Racing Car. 2. Auflage (1998), Herausgeber SAE (Society of Automotive Engineers), Warrendale PA, ISBN 0-7680-0023-8 (englisch)


Quelle: Wikipedia

Bilder

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