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1987 Fleetwood Pace Arrow - running Restoration

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toronado15.10.14 14:33
Gast
Von Schmitti´s Winni angeregt versuche ich Euch mal vorzustellen was ich mir so seit Februar 2014 an antue. Den Thread kann man als Warnung für alle künftigen US-RV Interessenten ansehen oder als Ansporn mit der Botschaft "Nichts kann so runtergekommen sein, das es nicht wieder aufgebaut werden kann".

Also: "ICH WILL EIN GROSSES WOMO", fast stampfenderweise versuchte ich das bei meiner Frau um Weihnachten 2013 zu untermauern: "Ich will nicht Sitze zu Betten umbauen müssen, will Kaffeetrinken und Fernsehen wann ich will und das ohne Dich aufzuwecken, will ein ordentliches und sauberes Klo, ne Dusche und vielleicht ein bischen Platz zum Tanzen Very Happy

Mit letzterer Begründung hatte ich es geschafft. Ein Ami Womo durfte unseren schon nicht kleinen Fuhrpark bereichern. Ich machte mich auf die Suche...

In Mobile.de fand ich unser Schiff. 3 Zimmer, Küche, Bad, Unterkellert Razz
10,50m lang, 7 to zGG, 2 Klimaanlagen, Hydrauliknivelierung, Diesel, Automatik, 200l Frischwassertank, 150l Schmutzwassertank, 60l Fäkalientank, 5,5 Kw Generator, Schlafplätze für 6 Personen, Schlafzimmer, Wohnzimmer und Essecke. Preis VB 8000,- TEUROS ohne Garantie, TÜV und Gasabnahme an Bastler... :














Der Weg von gut 300 Km zum Verkäufer wurde an einem
kalten Wintertag angetreten. Schließlich kaufe ich ja nichts ohne genaueste Untersuchung... Wink


Zuletzt bearbeitet von toronado am 17.10.14 11:08, insgesamt einmal bearbeitet

toronado15.10.14 15:05
Gast
Um 900 Uhr kam ich auf dem Platz des Nutzfahrzeughändlers an und wunderte mich über vier Beine, die unter dem Vorderwagen rauskuckten. Der dazueilende ältere Herr erklärte schnell das seine Söhne nur noch eben die Keilriemen erneuer sollten (bei -8° C).
Ich könne ja derweil das Auto ankucken.

Verliebt hatte ich mich ja schon in die Bilder in Mobiles. Als ich aber davor stand raubte es mir doch den Athem. Mein Truckerherz schlug hoch und höher. 3,60m hoch, 2,50m breit und 10,50m lang , DAS waren Maße die mich erfreuten. Fahre ja jeden Tag so´n Geschoss - ist doch kein Problem.
Ah, ein bischen Rost da und dort - naja ist doch schon fast 30 Jahre alt - hmmm wieso ist die hintere seitliche GfK Wand nicht so gerade ? - naja ist doch schon fast 30 Jahre alt - ahh drei Treppenstufen zum Wohnbereich, der Kofferraum muss riesig sein - hmmm, die Aussenklappen lassen sich nicht öffnen - krieg ich hin, Wahnsinn der Palast! Mal sehen wie weit ich den Preis drücken kann...



Von dem Schlafsaal wird mein Schatz begeistert sein. Vielleicht mache ich da eine Spielwiese draus.



Klo - ah ja - ein bischen putzen und gut...



Ein Wohnzimmer zum wohnen ohne die Füße einziehen zui müssen, wenn wer mal wohin will. Da gehört noch ein Flachbildschirm hin...



Mein künftiger Arbeitsplatz. Schweden, Finnland, Schottland wir kommen...



Die Küche modernisiere ich ein bischen und der Sessel wird weichen. Die Tanzfläche muss ja eingeplant werden...

Mittlerweile war es 1100 Uhr und die beiden Jungs durchgefroren. Die Riemen waren wohl drauf und die Startprozedur konnte beginnen. Der Verkäufer führ einen alten Mercedes-Laster vor und mittels Überbrückungskabel wurde der Bock angelassen.
Das dauerte zwar ebbes - das Womo steht ja schon vier Jahre (!) - der 6.2 Diesel drehte und drehte - mir wurde um dem Anlasser Angst und Bange. Jetzt kam Startpilot ins Spiel. Mein Hinweis das das nicht gut ist wurde ignoriert. Verkäufer: wenn man das richtig macht passiert gar nichts!

Und es passierte gar nichts...

Als ich entäuscht den Rückweg antreten wollte machte der Diesel einen Huster und lief plötzlich als wenn nichts gewesen wäre.

Das TH400 Getriebe war laut Belege neuwertig, der Diesel hat erst 50.000 Km Laufleistung. Kühlschrank war weg, dafür gabs eine Microwelle, Backofen und Gasherd. Die Reifen der Antriebsachse waren glatt.
Ich bot dem Händler 6000,- EUR - wenn er bessere Reifen montiert und der Wagen mit eigener Kraft anspringt - den Rest mache ich selber - er akzeptierte sofort (!).

toronado15.10.14 15:45
Gast
Die Begeisterung daheim wollte meine Frau nicht so richtig teilen. Sie fragte mich nach Dingen die doch aber sowas von unwichtig waren. Und überhaupt mach ich das schon...
Ende Januar signalisierte der Händler, das der Wagen abgeholt werden könne. Also Kohle geholt, rote Kennzeichen besorgt und Kumpel aktiviert - der Pace Arrow wird geholt.

Das RV startete tatsächlich auf Knopfdruck - zwar etwas behäbig - aber nun gut. Reifen waren auch andere drauf - sogar mit etwas Profil (!). Der Kaufvertrag trug die Klausel "Gekauft wie gesehen - als Bastelobjekt ohne jegliche Gewährleistung".
Was sollte schon passieren. Am Rande erwähnte der Verkäufer noch, das bei der letzten Probefahrt ein Keilriemen weggeflogen wäre. Ich sollte doch gleich am besten und unbedingt noch einen Satz neue Keilriemen kaufen - leider gab es keine am Samstag nachmittag (!).

Der Rückweg in MEINEM Womo über Saarlois, Landau, Karlsruhe und Stuttgart lief bis auf erhöhtem Adrenalin problemlos. An der Raststätte Sindelfinger Wald machten wir eine kurz Pause um etwas zu essen. Danach sprang der Bock nicht sofort an. Drei Startversuche mit Vorglühen und einem Stoßgebet und auf dem wohl letzten Dreher kriegte sich der Diesel doch noch ein. - Angstschweiss - neue Batterien sind wohl nötig - der Rest des Weges bis ULM war kein Thema.

Voller Stolz rangierte ich das Auto vorwärts in meine 3m breite Hofeinfahrt und hatte gleich alle Nachbarn auf der Straße. "Wollt Ihr wegziehen?" - "Vermietest Du den auch?" - "Klein geht bei Dir nicht, oder?" - "Hastdu keine Arbeit?" - waren so begleitende Worte bei verblüfften und mitleidigen Blicken.

Meine Frau umrundete das Ding, kuckte einmal in den Innenraum und sagte: "Da gehe ich nicht rein und drin campen erst recht nicht - mach den erstmal richtig sauber - ich gehe jetzt drei Wochen in Kur!"

Ich hatte meine Bestimmung gefunden Shocked

Nun hatte ich erst einmal genügend Zeit eine Bestandsaufnahme zu machen:



Der Himmel hängt überall runter. Mach ich neu...



Ob die Warmwasserversorgung wohl noch funktioniert...?



Amerikanische Stromversorgung - uhhh - ist ja 115Volt mit Umspanner auf 220V und 12V - mach ich neu...



Die Schlüssel zu den Klappen fand ich dann auch und fing mal hinten rechts an. Ah - Wassertank - Holz ist etwas feucht (!) - erstmal saubermachen - wird schon trocknen...



Stromversorgung Aufbau und Chassis. Seeehr unübersichtlich. Wird wohl etwas dauern da durchzublicken und Ordnung zu schaffen. Ich bin doch Deutscher, kann alles, mache alles besser und weiche keinen Schritt zurück...

deSchmitti15.10.14 18:27
All-Star
All-Star
Geiles Teil, geile Schreibart und die Elektrik kenne ich ... obwohl ich froh gewesen wäre, wenn die bei mir so "ordentlich" gewesen wäre Laughing Laughing Laughing

Thomas


Wenn Du den Baum beim Einschläg siehst, hast Du Untersteuern - hörst Du diesen nur, hast Du Übersteuern.
W.Röhrl

toronado16.10.14 17:54
Gast
Wo fängt man(n) bei einer etwa 70 Kubikmeter fassenden rollenden Wohnung an zu restaurieren? Genau - mit einer Wagenwäsche und erster Innenreinigung. Wagenwäsche im Februar! Milder Winter hieß aber nicht unbedingt warme Sonnentage. Ich lieh mir von meiner Firma den LKW Waschbesen und Spezialreiniger, rollte erstmals meine 50m Gartenschlauch vollkommen aus und aktivierte den Gartenwasserhahn aus dem Winterschlaf.
Nach etwa drei Stunden wässern, einseifen, schrubben und bürsten hatte ich das Womo äußerlich sauber. Der cm-hohe (leicht angefrorene) Laubbefall auf dem Dach war weg und die ursprüngliche hell-sandgelbe Farbe strahlte sogar wieder ein wenig. Der erste Besuch auf dem Dach war für mich ein besonderes Erlebnis. Erstens bin ich nicht Höhenfest und mit 100kg sicherlich für die Belastung der Leiter und des Daches grenzwertig. Also schön vorsichtig, Schritt für Schritt. Dabei kamen manch unschöne Dinge zu Tage:

Defekte Entlüftungen, fehlende Plexiglaskuppeln, zerbrochene Kaminabdeckung. Es wurde Zeit eine Einkaufsliste aufzustellen.







Zur Mitte des Flachdaches in Höhe der Küche hat sich beim Wasserspritzen eine Pfütze um die große Lichtkuppel gebildet. Irgendwie lief ich in dem Bereich wie auf Federn - dachte mir aber noch nichts dabei. Erst als ich mit Staubsauger, Wassereimer und Flüssigreiniger die Treppe zum Entree bestieg ging mir ein Licht auf.

Bislang war alles gefroren. Meine Waschaktion hat den Dreck und das Eis entfernt und dem Wasser (wieder) freien Zugang zum Innenraum verschafft. Der Bereich der Essecke war nass. An der Decke standen die Wassertropfen und von der Kuppel her suchte sich das Wasser einen Weg in Richtung Eingang/Küchenzeile und lief dort an der Wand herunter. Jetzt wurde mir irgendwie warm. Eine zugegeben nun erstmals genaue (!) Inspektion folgte, die diesem Namen verdiente. Einen weiteren Wassereinbruch machte ich im Schlafzimmer hinten rechts aus. Unterhalb der rechten Bettstatt in der hinteren Ecke hatte sich eine riesige schwarze Fläche gebildet. Der Himmel hing Sackartig überall herunter. Alles war feucht und ich über meine eigene Naivität überrascht. Ein Gasofen mit 2 wöchiger Dauerbrennzeit und leicht geöffneten Fenstern war die einzige Option die ich hatte um das Auto wieder halbwegs trocken zu bekommen..

Meiner Gattin (die ihre Kur erst in ein paar Tagen antreten würde) verschwieg ich erstmal die neuen Eindrücke und erfragte vorsichtig wie sie sich denn so das Womo vorstellen würde um sich darin wohl zu fühlen. Braunes Zigarrenkisteninnenraumdesign gehört jedenfalls nicht zu Ihren Vorlieben. ( also machen wir das weiss...) Die Polster und Vorhänge fand sie eckelig (aber die sind doch Original). Der PVC Fussboden sieht grausig aus und überhaupt ist alles sooo schmuddelig...
Insgeheim gab ich Ihr langsam Recht. Ich hatte eine Ratte gekauft. Ich, der auf über 30 Jahre Oldtimererfahrung zurückblicken konnte, hat sich trotz sooo viel Offensichtlichem, blenden lassen. Ich muss Blind gewesen sein (oder verliebt).

Meine Frau war weg. Ein offener Anhänger stand hinter dem Womo und füllte sich langsam aber sicher mit allerlei gammeligem Ausstattungsmaterial. Der PVC Boden und der Himmel flog als erstes aus dem Womo. Dazu mussten aber etliche Möbel ausgebaut werden (kann man später auch viel besser bearbeiten). Sitzecke komplett, Sofa, alle Sessel, Tische, Betten, Nachtschrank und Hängeschränke im Schlafraum und rechts des Wohnzimmers wurden in Garage, Keller und Carport zwischengelagert. Unser Haus sah aus wie zu einem Umzug. Jetzt war alles egal. Alle Klappen und Türen wurden ebenfalls demontiert. Die Enscheidung stand fest. Der Innenraum sollte freundlich, hell - eben weiss mit hellgrauen Nuancen - wieder entstehen. Ein neuer fester Laminatfussboden und ein neuer abwaschbarer Kunstlederhimmel würde den passenden Rahmen bilden.









Um weiteren Wassereinbruch vorzubeugen kaufte ich eine 30qm Plane im Baumarkt und deckte den Pace Arrow vorsorglich ab. 30 Spannbänder hielten die Plane vorerst fest.

Hatte ich bislang noch so keine feste Vorstellung von einer zeitlichen Fertigstellung, wurde ein Telefonat mit meinem Freund in Norddeutschland zur fixen Idee. Er hatte mit Kumpels unseres V8 Clubs ein Womo vorab gemietet um im Sommer das 2014 Big Meet in Vasteräs/Schweden zu besuchen. Größmäulig sagte ich zu: "Bin ich dabei - bis dahin schaffe ich den Fleetwood wohn- und fahrfertig zu machen. Sind ja noch 6 Monate!" Vorsorglich bestellte ich schonmal Fähre und Campingplatz termingerecht...

toronado16.10.14 18:49
Gast
Jeder neue Tag brachte neue (miese) Erkenntnisse. Unter dem PVC befand sich noch der alte originale Teppichboden. Gammel an allen Ecken und Kanten. Nach einiger Zeit ignorierte ich meinen Ekel und dachte beim Rausreissen an schöne (kommende) Zeiten. Erstmals (!) machte ich den Gasherd auf und sprang gleich einen Meter zurück. Der Gestank war bestialisch. Darin wohnte was !!! Der Herd war Schrott. Ebenso die Warmwasserversorgung darunter. (hatte ich geahnt) Gut das meine Lady nicht den Wagen inspiziert hatte. Ich hätte ihn danach verbrennen können...






Die Küche baute ich dann auch komplett ab. Die untere Wand fühlte sich weich und feucht an - und roch nun entsprechend.
Seit einer Nasenoperation während meiner Bundeswehrzeit habe ich eine stark eingeschränkter Riechfähigkeit. Wenn mir was stinkt fallen andere schon in Ohnmacht. Das war auch der Grund warum ich den Fäulnisgestank im Womo einfach nicht wargenommen hatte.



Mittlerweile brauchte ich aber nichts mehr zu riechen - ich sah die Schäden. Die Außenwände in Küche und rechts im Schlafzimmer waren definitif verrottet. Das Holz wurde nur noch durch die wasserdichte Tapete zusammengehalten. Riss man sie ab rieselte Torf herunter.
Der Vorbesitzer/Händler hatte den Wagen 2009 abgestellt und danach wohl nie mehr bewegt oder gepflegt. Vorschäden oder offene Stellen waren mit kiloweisem Silikon (!) notdürftig abgedichtet worden und durch wechselndes Wetter und Temperaturen aufgerissen. Das Wasser findet immer seinen Weg und hatte genug Zeit die Zerstörungen anzurichten.

Nun wurde mir auch der feuchte Keller unter dem Schlafzimmer klar. Das stehende Wasser lief vom Dach in einen Riss der Seitenverklebung entlang und durch die Wand bis hinunter in den Frischwassertankraum. Dort sammelte es sich unter dem Tank und sickerte in den Holzboden und konnte niemals wirklich weg. Das Holz löst sich in allen befallenen Bereichen einfach auf.





Mir wurde zunehmend klarer das ich um eine Vollrestaurierung nicht mehr rumkommen würde. Ich fing an jede frei Minute dem Womo zu widmen. Nach 12 Stunden als Trucker in der Nachtschicht folgten ohne Unterbrechung täglich noch 4-6 Stunden Arbeit am Womo. Freie Tage, Samstag und Sonntag auch Feiertage gab´s nicht mehr.
Ich wollte das Ding und ich lasse mich nicht unterkriegen (auch wenn ich nun schon mal darüber nachgedacht habe doch einfach den Gasherd noch etwas näher an die Wand zu stellen...).

Nachdem der Himmel rausgeschnitten war konnte ich mit dem Staubsauger den alten Kleber einfach absaugen. Das Holz darunter sah erfreulicherweise größtenteils gesund aus. Nur der Bereich um die Lichtkuppel der Küche und die Ecke im Schlafraum bedurfte Erneuerung.



Langsam wurden die Mülleimer die ich aus dem Pace schaffte weniger. Der Langflorteppichbelag im Fahrerraum musste auch weichen. (wenn schon, denn schon...). Ein neuer Toilettensitz war Ehrensache. Also auch alles raus und Grundreinigung inklusive Bodenschliff.





toronado16.10.14 19:34
Gast
Ich wusste es eigentlich schon bei der ersten Besichtigung, wollte es aber wohl nicht sehen oder wahrhaben. Die am stärksten befallene Seitenwand musste ersetzt werden. Delamination wurde für mich kein Fremdwort mehr. Viele Stunden verbrachte ich am PC um die Videos und Berichte anderer Camperkollegen zu sichten und zu lernen und damit umzugehen. Dabei stieß ich auf eine Seite die mir in dieser harten Zeit immer wieder Auftrieb gab.



So schlimm wird alles nicht sein...



Das Schlafzimmer im Heck wurde nun vollständig geräumt und die Tapete abgerissen.



Der Heizofen links im Bild wurde wieder aufgestellt und verrichtete weiter seine Trocknungsaufgabe. Unzählige Gasflasschen gingen dabei durch.



Schichtweise und mühelos konnte ich die feuchte Sperrholzbeplankung bis auf die Styrodur-Isolierschicht einfach abziehen.





Das Styrodur war ebenfalls durchfeuchtet und erneuerungsbedürftig. Im unteren Bildteil oben sieht man bereits auf die GfK Außenbeplankung und das grüne ist eine Plane. Alles was dunkel am Holz ist, ist feucht!



Wieder wurden säckeweise Faulholz aus dem Pace geschafft. Nun musste ich die GfK Verkleidung entfernen. Die ersten ca. 200 Nieten bohrte und schlug ich aus bis die Wand unten frei war.





Den 200l fassenden Wassertank konnte ich problemlos aus dem Fach ziehen. Eine Verankerung gabs nicht (!). Darunter Torf und Faulholz bis zur Styrodurschicht. Das Entnieten ging relativ schnell vonstatten.







Die untere Außenhaut ließ sich, nach dem die haltenden Aluleisten entfernt waren, bis zur Klappe der Wasserversorgung einfach abnehmen. Der Kleber hatte sich vollständig durch die Dauerfeuchte aufgelöst. Die größere Wandhaut daruber ließ ich an Ort und Stelle, weil die Delamination dort nur das Schlafzimmer betraf und ab der Wand zur Dusche fest ist. Den Wandneuaufbau konnte ich dort von innen her bewerkstelligen und musste mir nur etwas einfallen lassen die GfK Platte in dem Bereich neu zu verkleben.

toronado16.10.14 20:46
Gast
Die Wasserschäden haben nicht vor der Rahmenstruktur des Aufbaues halt gemacht. Meterweise waren die Profile papierdünn oder nicht mehr vorhanden. Alles das musste neu. Grob vermessen bestellte ich bei einem Freund 30m 2x4cm Kastenprofileisen und wandte mich übergangsweise wieder dem Innenraum zu.















Es wurde März. Der Frühling hielt Einzug und die Temperaturen wurden so erträglich das eine Bearbeitung der Möbel draußen im Hof möglich wurde. Alle Möbelteile wurden, weil stark nikotinbehaftet, mit Verdünner abgewaschen und angeschliffen. Alle Öffnungen der ehemals originalen 115V Steckdosen verschloss ich mit Sperrholz und bohrte später neu Löcher für die 220V Steckdosen. Anschließend erfolgte der Lackaufbau mit Seidenmatt-Weiss in mehreren Schichten.
Die unbeschädigten und trockenen Wände wurden ebenfalls abgewaschen und angeschliffen. Die Außenwände sollten eine Textiltapete mit wasserdichter Latexfarbe bekommen, die Innenwände einen entsprechenden Anstrich.

toronado17.10.14 05:14
Gast
Meine Lady war mittlerweile gestärkt aus ihrer Kur zurückgekommen und hatte wohlwollend die Großbaustelle begutachtet. Auch war es für sie kein Problem mehr den Innenraum zu betreten!
Wochenlange Heizperiode und der notgedrungene Dauerdurchzug von frischer Luft, die herausgetrennten Fäulnisherde und der teilweise bereits angebrachte frische Anstrich erzeugten ein durchaus angenehmes Klima. Ich durfte ab jetzt mit Ihrer Unterstützung und Hilfe rechnen.
Auch die mitleidigen Blicke unserer Postbotin wichen respektvolleren Mienen.
Der Zenit der Abrisszeit war wohl überschritten und die Instandsetzung und der Wiederaufbau begann endlich. Ich hatte zwar langsam mit chronischem Schlafentzug zu kämpfen, sah aber als Antrieb ganz klar den schwebenden Termin unseres Ami-Schwedenurlaubs stets vor mir.





So manche Dose Lack wurden verarbeitet. Die linke (trockene) Seite des Wohnmobils bekam in wenigen Tagen ein neues Aussehen. Zwischenzeitlich riss ich noch nebenbei die Zwischenwand zur Dusche heraus, weil sich dort auch schon Schimmelpilz in den Übergängen zur Seitenwand ausgebreitet hatte. Mittlerweile machte mir das schon nichts mehr aus.
Im regionalen Baumarkt wurden nun etliche Quadratmeter 4mm Lerchenholz-Sperrholzplatten und 4cm Styrodur bestellt um die Wände wieder aufzubauen. Entsprechenden Bau PU Kleber bezog ich kistenweise über Ebay. Überhaupt verbrachte ich manche Abenden im Netz um nun auch langsam die neue Ausstattung zu besorgen.





Zu den Wochenenden schwang meine Frau dann Rolle und Pinsel und bearbeitete nach und nach alle Klappen und Türen die ich in der Woche vorbereitet hatte.



Als die Profileisen geliefert wurden schnitt ich stückweise die rostzerfressenen Rahmenteile aus und ersetzte sie wo es nötig war. Die Arbeiten gingen relativ schnell vonstatten und ich arbeitete mich in Richtung Eingangstür vor.





Um an den durchfaulten Wassertank-Boden zu kommen hatte ich den Fussboden des Schlafzimmers bis zur Hälfte ausbauen müssen. Dreissig 6cm lange selbstschneidende Spaxschrauben hielen 1 Bodenbrett! Überhaupt war das Schrauben eine der Hauptarbeiten die ohne ordentlichen Akkuschrauber unmöglich gegangen wäre, ich hätte nach wenigen Tagen stärkste Gelenkprobleme bekommen. Die neue 8mm Trägerplatte ist hier in der Verklebung mit dem neuen Rahmen zu sehen.

toronado17.10.14 06:15
Gast
Die Großwetterlage war wie für mein Projekt gemacht. Innerhalb weniger Tage konnte ich die Profileisen einschweissen und das Heck neu aufbauen.



Nachdem die Stahlstäbe verschweisst und verschliffen waren wurde die obere GfK-Außenwand und dessen trockener Sperrholzträger daran verklebt.



Zwingen und ausgeliehene längenverstellbare Ladungssicherungsbalken aus meiner Firma hielten die Klebestellen bis zur Aushärtung unter Druck.



Nun konnten die neuen Styrodurplatten zugeschnitten und eingeklebt werden. Danach erfolgte der Zuschnitt der neuen Innenholzplatten.



Die neue Innenwand wurde mit dem gleichen PU-Kleber dauerhaft befestigt. Der Kleber ist fantastisch aber muss wirklich schnell verarbeitet werden. Er wirkt mit Feuchtigkeit und härtet dann innerhalb 30 Minuten vollständig aus. Die Verklebung muss nach 10 Minuten abgeschlossen sein und die Klebestellen unter Druck gesetzt werden weil der Kleber aufquillt. Das Seitenfenster wurde wieder in seinen ursprünglichen Sitz eingepasst und mit nichtaushärtendem Kfz-Fensterdichtungsmittel abgedichtet.



Nun wandte ich mich der Heckwand zu. Weil auch sie innenseitig in Mitleidenschaft gezogen war musste das große Heckfenster (das gleichzeitig als Notausstieg konzipiert ist) ausgebaut werden.
Auch hier riss ich die schimmelbefallenen Holzpanele raus und ersetzte sie gegen neues Holz.



Um keine Langeweile aufkommen zu lassen und mich der Fortschritt in werktechnische Höhenflüge versetzte, schnitt ich kurzerhand noch die befallene Küchenwand auf und aus und ersetzte da den inneren Holzrahmen.



Die Außenpanele der Rückwand hatte sich wegen werksseitig mangelhafter Verschraubung von dem Rahmen gelöst und auch dort Wassereinbruch ermöglicht. Ich verklebte und presste das GfK-Formteil wieder an den Rahmen und setzte zusätzlich rundum alle 15cm eine selbstschneidende Senkkopfschraube durch GfK Wand und Stahlrahmen um später den Fensterrahmen nicht in der Dichtung zu behindern.



Die rechte hintere Seitenwand des Schlafzimmers ist fertig. Neu gestrichen und abgedichtet. Jetzt musste noch die teilweise herausgeschnittene Deckenpanele ersetzt werden.




Zuletzt bearbeitet von toronado am 10.11.14 12:48, insgesamt einmal bearbeitet

toronado17.10.14 06:58
Gast
In welchem Auto kann man einen Tapeziertisch aufstellen und auch noch bequem darin arbeiten ? Die Vorteile eines amerikanischen Reismobiles erschlossen sich dadurch während der Renovierung auch mal wieder und erfreuten mein Herz.



Nach und nach wichen gammelige oder defekte Wandverkleidungen neuem Sperrholz. Die sauteure Textiltapete wurde in Abschnittten aufgebracht und nach und nach mit Latexfarbe gestrichen. Schlafzimmer und Küchenwand waren wieder trocken und repariert.



Der Heizofen diente nun nur noch als Werkzeugablage.



Die originalen amerikanischen Schalter der Innenbeleuchtung wollte ich erhalten und habe sie zerlegt, gereinigt und der neuen Innenfarbe entsprechend lackiert.



Meine Frau und ich stehen auf Edelstahl. Entsprechend wollten wir die Küchenzeile neu gestalten. Die ekelige Rückwand wurde gereinigt und abgeschliffen und für ein vollverkleidendes Edelstahlblech vorbereitet und ausgemessen. Die Wand zum Kühlschrank komplett ersetzt.





Nachfolgend zwei sehr schöne Beispielbilder für Vorher und Nachher. Über Geschmack lässt sich freilich fabelhaft streiten, aber das helle, freundliche Weiß schlägt meiner Meinung nach die Zigarrenkiste um Längen.





Mit jedem Tag arbeiteten wir uns in Richtung Fahrerplatz vor. Weil fertiggestellte Möbel wieder eingebaut wurden konnten noch zuvor im Fahrzeug abgestellte Möbelteile weichen. Der Arbeitsplatz für´s Grobe vor der Garage wurde langsam freier. Eine gewisse Routine trat in die Arbeitstakte ein.



Die neue Küchenwand war fertig. Die Edelstahlrückwand hatte ich verklebt und sicherheitshalber an später unsichtbaren Stellen verschraubt. Das der Fensterausschnitt millimetergenau passte zeugte von toller Maßarbeit des Schlossers.



Das Tapezieren war mit der linken Außenwand am Fahrerplatz abgeschlossen und die Hängeschränke konnten nun bearbeitet werden.



Zwischenzeitlich konnte ich die Hängeschränke im Schlafzimmer wieder montieren. Der Eindruck war ganz ordentlich. Die Verkabelung der Beleuchtung konnte nebenbei verlegt und die Lautsprecher angeschlossen werden.



toronado17.10.14 07:35
Gast
Schon bei der Verschweissung der Rahmenprofile kam ich teils nur mit Mühe an alle nötigen Nähte dran. Auch entging mir nicht der Verfall weiterer Profile im Bereich um den Radkasten und um den hinteren Staukasten. Der war vom Vorbesitzer roh von unten aufgeflext worden um einen riesigen Haushaltsboiler herein zu bekommen. Dieses ca. 100 Liter fassende Trum lag lose (!) in dem Staukasten und konnte eigentlich auch nur auf dem selben Weg wieder herauskommen. Weil ich eh an dem Radkasten schweissen musst baute ich den Staukasten kurzerhand aus. Der Nebeneffekt war, daß der Kasten nun auch fachmännisch repariert und wieder wasserdicht geschlossen werden konnte.









Mittlerweile waren die Möbel der Küchenzeile überarbeitet und getrocknet und konnte wieder montiert werden.



Die originale Spüle hatte ich gereinigt, poliert und wieder eingesetzt. Die neue Arbeitsplatte wurde im WC wie auch in der Küche verwendet. Erstaunlicherweise gab´s das korrekte amerikanische Maß der Platten nur bei IKEA! Mit jedem Arbeitsschritt machte es nun mehr Spaß der Entwicklung entgegenzusehen. Erfreulich waren auch die vermehrten Besuche unserer Freunde, die wir in letzter Zeit sträflich vernachlässigt hatten und uns nun aufrichtige Anerkennung aussprachen (machte zumindest den Eindruck Wink )



Der neue Dometic-Kühlschrank ist angeliefert und mit eines Freundes Hilfe in den Wagen gehoben worden. Das kombinierte Gefrier/Kühlschrank/Backofen-Gerät mit Gas/220V/12V Betrieb sollte mich vor neue Einbauprobleme stellen die mich fast eine Woche kostete. Doch davon später...



Auch machte die Toilette nun echte Fortschritte. Nachdem die Arbeitsplatte eingepasst war konnte ich die originale Spüle auch wieder verbauen. Die hatte ich, genau wie die komplette Dusche, mit Akopads abgeschliffen, alle Amaturen zerlegt, mittels Tornador (Profi-Druckluft-Reinigungspistole für alle Zwecke und in der Wirkung unbezahlbar gut) tiefengereinigt und nach Trocknung mit Emailelack aus der Sprühdose lackiert. Der Effekt ist verblüffend. Die Trocknung dauert zwar sehr lange (Staubentwicklung ist tunlichst in der Zeit zu vermeiden) aber der Erfolg gigantisch. Die Oberfläche ist spiegelblank, ultrahart und jeder vermutet darin Neuteile!






Zuletzt bearbeitet von toronado am 17.10.14 09:05, insgesamt einmal bearbeitet

toronado17.10.14 08:38
Gast
Um den Radkasten wieder ordentlich und haltbar zu machen musste ich die Räder entfernen. Dabei kam nachfolgend dokumentiertes Innenrad des Zwillings zum Vorschein. Man erinnere sich. Der Verkäufer hatte die glatten Reifen gegen "gute" getauscht. Das ich den Beschiss nicht gesehen hatte lag an der Positionierung des Fahrzeuges auf der defekten Stelle. Jetzt ging ich also auch auf die Suche nach neuen Reifen.





Fertiger Radkasten und das Staufach unter der Küche. Den Boiler hatte ich entsorgt. Mein Womo sollte wieder mit der originalen Adwood Warmwasserversorgung ausgestattet werden. Auch hier wurde ich im Netz fündig und konnte sie für unter 400 US Dollar ordern.





Der Innenraumausbau war soweit fortgeschritten, daß ich mich um den Boden kümmern konnte. Wie geplant wählte meine Frau das Decor und ich verlegte die Platten schwimmend. Ich arbeitete so gut es ging mit geringem Seitenabstand und füllte später den Spalt zur Wand mit grauem Silikon. Manch einer wird jetzt aufschreien, aber ich verhindere damit ein Unterwandern von irgendwelchen Flüssigkeiten, die gewollt oder ungewollt auf dem Boden verschüttet werden. Die relativ kurzen Platten, die auf den längsten Längen höchstens 2 Meter erreichen werden sich kaum heben oder wölben. Wir werden sehen...



Die Essecke ist überarbeitet und wieder montiert.



Die Schweissarbeiten an meiner Problemwand sind entgültig abgeschlossen und der Sandwichaufbau kann ausgeführt werden.



Die Verklebung der Neubeplankung erfolgte in drei Abschnitten.



Nach einer halben Stunde konnte der hintere Teil verklebt werden.



Kurze Zeit später schnitt ich alle entsprechenden Serviczugänge und Klappenöffnungen aus.



Der Kühlschrankhersteller und der Gesetzgeber schreiben verbindlich den Einbau des Gerätes (und Gasgeräte überhaupt) vor. Weil der Kühlschrankraum ursprünglich größer dimensioniert war als es der neue (und gewiss nicht kleine) Kühlschrank benötigt, musste ich einige Quadratmeter Sperrholz und Holzleisten verarbeiten um auf das geforderte Maß zu kommen. Der Kühlschrank sitzt quasi passgenau in seinem Raum und musste nach hinten zum Brenner hin vollständig abgedichtet werden. Gleichzeitig war für eine gute Belüftung und einen funktionierenden Kamin zur Abluft zu sorgen sowie jegliche nicht wünschenswerte Gasansamlung zu verhindern. Drei Tage sägte, feilte und klebte ich in dem für mich engen Raum und musste den Kühlschrank immer wieder rein- und rausheben. Die Arbeit hat sich gelohnt. Das Gerät sitzt nahtlos und dicht im neuen Gehäuse und ich konnte der Gasprüfung gelassen entgegensehen.



Die Wiederanpassung der GfK Panele der Außenhaut konnte ich nicht alleine bewerkstelligen. Mit Hilfe eines Freundes wurden die gut 7m lange Haut gereinigt und in zwei Abschnitten auf die neue Holzplatte geklebt. Die Ladungssicherungsbalken waren hier zur Druckverteilung wieder eine große Hilfe.







Irgendwann im Mai waren die Reparaturarbeiten an der rechten Seite so gut wie abgeschlossen. Nun mussten nur noch die Spalten abgedichtet und die Klappen montiert werden. Die Montage der Leisten und unteren GfK Schürze bedurfte noch etwa 300 neue Nieten und etliche Kilo Dichtungsmasse.



Der neue Laminatfussboden war dann auch bald komplett verlegt. Nur der Treppenaufstieg und das Fahrerabteil musste noch entsprechend verkleidet werden. Gefühlte 2500 Takkerklammern zog ich mühevoll aus dem Holz um den neuen Boden vorzubereiten.



toronado17.10.14 10:55
Gast
Es wurden wärmer und im Juni konnte ich mich auf mehrere trockene Tage und Nächte einstellen. Zeit die Abdeckplane zu entfernen und mich um das Dach zu kümmern. Alle nötigen Ersatzteile sind schon vor geraumer Zeit aus den USA geliefert worden und konnten montiert werden. Die beiden großen (und natürlich defekten) Klimaanlagen baute ich erst einmal ab und verschloß die Öffnungen im Dach Außen und Innen mit je zwei verzinkten Blechen. Natürlich dichtete ich diese auch entsprechend dauerhaft ab. Noch einmal wollte ich die monatelangen Arbeiten im Innenraum nicht machen!
Die Klimaanlagen konnte ich bald zu einem befreundeten Klimatechniker schicken, der sie in Obhut nahm und sie bis kommende Saison 2015 instandsetzen wird.
Die dicke Elefantenhaut des Daches war in Ordnung. Nur die Übergänge von Dachhaut zu den Aluseitenabdeckungen und Leisten erschien teilweise rissig. Mit Spachtel und rotierender Drahtbüste versuchte ich die Risse zu säubern, aufzuweiten und danach mit Kleb und Dicht (von Würth) neu abzudichten. So eine Drecksarbeit hatte ich noch nie gemacht. Da war das Wühlen in Mulch und Faulholz geradezu entspannend Laughing
Das originale Dichtungszeugs war im Inneren noch absolut kleberig und gab dem Spachtedruck so sehr nach, daß absolut nichts herauszuholen war. Der Spachtel verklebte innerhalb weniger Stiche so daß an Schaben nicht mehr zu denken war. Die Flex holte zwar ordentlich Material aus den Würsten, gleichzeitig flog mir der Kleber aber um die Ohren und meterweit verspritzen Dichtungspartikel über Dach und Umgebung. Was für ne Sauerei. Als ich endlich mit den 25 Metern plus Dichtwürste der Aufbauten fertig war sah ich aus wie ein Jeti und brauchte Stunden um das Dach und mich mit Verdünner zu säubern.
Die neue Dichtungsmasse verarbeitete ich nun mit einer neuen Druckluftkartuschenpistole. Weil mir der Umgang damit nicht vertraut war fuhr ich natürlich mit viel zu hohem Luftdruck an und die erste Kartusche explodierte geradezu. In hohem Bogen schoß die Dichtmasse über´s Dach und verteilte sich auf Windschutzscheibe und Hofpflaster. Ich verbrachte wieder Stunden mit putzen.



Nun war auch der neue Langflorteppich angekommen. Den hatte ich so ausgesucht um a. die Verklebung einfach zu gestalten und b. den Gesamteindruck passend zur Wohnzimmerbestuhlung zu halten. Das Verkleben auf der Motorabdeckung ging wirklich fix und die Verwendung dieses Teppichbodentyps ist absolut Ideal, weil Stöße und problematische Verbindungen an Rundungen einfach verschwinden und durch die langen Fasern überdeckt werden.



Die neuen Reifen kamen an. Ich hatte schon beim TÜV die Genehmigung eingeholt. Künftig konnte ich den Pace Arrow auf 225/75 R 19,5 Reifen rollen lassen. Die waren leichter zu bekommen als die 8R19,5 Walzen und sicherer allemal.



Der Teppichboden im Fahrerabteil bedurfte auch einen ganzen Tag. Das Ergebnis kann sich sehen lassen glaube ich.



Eine gute Woche verbrachte ich mit der neuen Himmelverkleidung. Der originale ganzbahnige Himmel wurde bei der Herstellung des Wohnmobils auf das Dach befestigt und erst ganz zum Schluss mit der gesamten Dachkonstruktion umgedreht auf dem Aufbau aufgelegt und verschraubt. Man konnte das vor allem daran erkennen, weil selbst in den Staufächern, Schränken, in Dusche und WC der Kunstlederhimmel zu sehen war. Das konnte ich natürlich nicht.
Ich besorgte mir etliche Hartfaserplatten, bestellte jeweils 30 qm weisses Kunstleder und 5mm Schaumstoff um einzelne Deckenpanele herzustellen. Den Schaumstoff und das Kunstleder schnitt ich der vorher ausgemessenen und ausgeschnittenen Hartfaserplatte entsprechend großzügig zu und verklebte sie mittels Sprühkleber. Im Netz fand ich die geniale Lösung zur Montage. In GB gibt es einen Hersteller, der Spaxschrauben mittels Kunststoffringen und Deckelchen verkleidet. Nicht ganz billig aber sehr wirkungsvoll. Spax durch den Ring und die Platte an die Deckegeschraubt und mit den Deckelchen sauber abgedeckt wirkt der Himmel wie professionell gepolstert.



Jetzt konnten wieder alle Deckenbeleuchtungen angeschlossen und montiert werden. Hell wie der lichte Tag Cool



Kleinkram putzen und puzzeln. Mein Tornador tat dabei wieder sehr gute Dienste.



Die letzten Klappen und Schubladen wurden geputzt und neu lackiert. In der Garage fand ich mein Motorrad wieder. Keinen Meter hatte ich diesen Sommer fahren können.



Nach intensivster Reinigung der Polstermöbel durfte ich die auch wieder einbauen. Meine Frau hat nach meiner (durchaus ernsthaften und langwierigen) Tornador-Reinigung die Überarbeitung nochmals durchgeführt und die Schaumstoffkissen (soweit sie sich aus den Polstern herausnehmen ließen) Barfuss in unserer Badewanne gewässert und geknetet. Zugegeben - die Brühe die da noch rauskam war unbeschreiblich. Während ich die letzten Arbeiten im Innenausbau vornahm hatte Sie alle Fenster geputzt und vermessen um entsprechend 17 moderne Gardinen und Sichtschutzvorhänge zu nähen. Eine neue Mikrowelle und ein neuer Gasherd werkelt in der Küche und die Truma4000 Gasheizung funktioniert nach Grundüberholung im Werk prima.



Anfang Juli 2014 waren alle vorerst geplanten Arbeiten am Pace Arrow abgeschlossen. Die obligatorische Gasprüfung schaffte das Auto in einem Anlauf. Nebenbei hatte ich noch die marode Auspuffanlage komplett entfernt und vorübergehend aus den noch guten Stücken eine kürzere, zur linken Seite mündende Anlage gefertigt. Demnächst wird sie einer 3" Edelstahlanlage weichen.
Die Batterien hatte ich ersetzt und die Bordelektrik halbwegs funktionsfähig gamacht. Aber da besteht durchaus noch Handlungsbedarf. Die neuen Reifen waren montiert und die Bremsanlage hatte ich als in Ordnung befunden.
So konnten wir zwei Wochen vor dem Schwedentermin die Jungfernfahrt antreten und suchten uns dazu ein Oldtimertreffen in Sigmaringen aus. Ich durfte am Morgen nach der ersten Nacht im Womo in zufriedene und lachende Gesichter sehen.



Somit fand der erste Reparaturabschnitt sein Ende. Ich hatte das Ziel vor Augen und erreicht - dachte ich. Das ich nicht nach Schweden kommen würde war noch nicht abzusehen - das ist eine andere Geschichte. Vorerst jedenfalls war ich Zufrieden. Natürlich gibt es noch viel zu tun, Der gesamte Unterboden bedarf noch einer Entrostung und neue Farbe. Die rechte Seite vor dem Einstieg bis zur Stoßstange ist auch erneuerungsbedürftig wie der hintere Teil. Nur wird sich warscheinlich dort die Arbeit auf die Neuverklebung der GfK Hülle und ein paar Meter Profileisen beschränken - hoffe ich. Irgendwann werde ich auch an eine Ganzlackierung denken und 2017 eine H-Zulassung anstreben. An diese Arbeiten werde ich ab kommenden Frühling 2015 denken. Jetzt ist erstmal Schluss.



toronado17.10.14 12:04
Gast
Passend zu Ende meines Berichtes waren plötzlich alle Bilder weg. Der Hoster picr.de ist auch momentan nicht zu erreichen. Ich hoffe mal das das nicht dauerhaft ist und ich hundert Bilder nochmal einbringen muss.
Warten wir´s ab - Sorry

Und ach ja - sollte irgendwer der Meinung sein - was für ein Blödmann ich doch bin sich sowas ans Bein zu binden - dem gebe ich uneingeschränkt Recht Razz

Wenn einer aber glaubt das keiner tiefer in die Schei..e greifen kann - der Irrt :

viele Grüße vom Verfasser der noch immer (oder wieder) Lachen kann



Thomas6417.10.14 13:16
Newbie
Wohnort: Norderstedt
Glüchwunsch Top Arbeit

deSchmitti18.10.14 06:56
All-Star
All-Star
Nach dem Lesen des Berichtes und dem Studieren der Bilder frage ich mich schon wieder - was willst Du von mir lernen? Embarassed Ich werd blaß und ziehe ehrfürchtig meinen Hut vor Deiner ganzen Arbeit und deren Umsetzung.
Ich weiß nicht, ob ich das bei der Grundlage durchgezogen oder aufgegeben hätte Shocked Ich habe zwar auch das Denken: "... Deutscher ... kann alles ... macht alles ... und ich will das so ..." aber ob mein Dickkopf (hier im Raum Mainz Schwellkopf genannt) es bis zum Ende durchgehalten hätte, weiß ich nicht Question

Freue mich schon auf weitere Berichte von Dir, wie es weiter geht.

Thomas

P.S.: Mein Werkstattschlumpf (hier nicht angemeldet) möchte Dir auch was sagen:

Es ist jetzt 08:00 Uhr und habe für diesen Tag schon meine Lachflash's gehabt. Du hast einen wunderbaren Schreibstil, offensichtlich eine Menge Humor (wenn man über sich selbst lachen kann), einfach herrlich.
Ebenfalls Hut ab, vor der geleisteten Arbeit, den "Schwellkopp", um das durchzuziehen.
Für das, was da noch kommen mag, wünsche ich dir ein glückliches Händchen und freue mich auf weiteres Lesematerial.

der "Werkstattschlumpf" (Petra)


Wenn Du den Baum beim Einschläg siehst, hast Du Untersteuern - hörst Du diesen nur, hast Du Übersteuern.
W.Röhrl

der B18.10.14 21:21
King of the Road
King of the Road
Wohnort: Bad Nauheim
Krass... Nachvollziehbar... Genial und... hier bist du richtig!



FOR SALE

Don Krypton05.11.14 11:42
Rookie
Rookie
Wohnort: Wedemark
Moin sagen!

Sehe ich genauso. Du hast dermaßen einen an der Waffel, dass du dich woanders eigentlich gar nicht blicken lassen darfst... Very Happy ...!

Aus einem dermaßen großen Haufen vergammelten Kernschrotts wieder was Bewohnbares zu machen, ist eigentlich komplett behämmert und lässt sich nur mit wirrer "jetzt erst recht"-Logik begründen. Das war ja schon eher Fachwerkbau als Restauration - solche zerfressenen Vierkantrohre wie bei dir hab' ich ja noch nie gesehen! Dass sich der Würfel bei der Anreise nicht selbsttätig in sich zusammengefaltet oder tiefergelegt hat, ist ja ein Wunder!

Aber jetzt ist ja endlich alles gut! Schönen Dank für den tollen Bericht und lange schrottfreie Fahrten und immer eine Handbreit Asphalt unter den Reifen wünsche ich euch!

Schönen Gruß aus Hang Over!
D Cool n


Jedesmal, wenn jemand auf "Eigene Dateien" klickt, fällt bei der NSA einer vor Lachen vom Stuhl.


deSchmitti09.11.14 17:54
All-Star
All-Star
Könntest Du mir vielleicht noch ein paar Info´s zukommen lassen, bezüglich der Farbe im Badezimmer? Hält die gut auf dem Kunststoff? Zieht sie extrem den Staub wärend des Trocknungsvorganges? Gibt es eine richtig glatte Oberfläche? Hättest Du evtl. einen Link?
Danke Very Happy

Thomas


Wenn Du den Baum beim Einschläg siehst, hast Du Untersteuern - hörst Du diesen nur, hast Du Übersteuern.
W.Röhrl


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